Ernährung in der Stillzeit
Gesunde Ernährung ist in allen Lebensphasen wichtig. Die Stillzeit stellt große Anforderungen an den Körper einer Frau.
Grundsätzlich gelten die gleichen Richtlinien einer gesunden Ernährung.
Viel Obst, Gemüse , Vollkornprodukte.
Kalziumreiche Lebensmittel (Milchprodukte, Sesam, Nüsse, Broccoli, alle grünen Blattgemüse, Fische mit Gräten Sardinen,) Calcium für die Muttermilch wird aus den Knochen der Mutter genommen. In der Stillzeit ist der Calciumwert niedrig; nach dem Abstillen ist der Calciumwert sehr hoch und wird nach jeder Stillzeit höher – Osteoporoseprophylaxe!
Die Menge an Eisen in der Muttermilch ist immer gleich, auch wenn die Mutter einen schweren Eisenmangel hat.
Bei ausgewogener und abwechslungsreicher Ernährung braucht die Mutter keine Vitaminpräparate.
Wenig tierische Fette, dafür hochwertige Pflanzenfette, z.B. Rapsöl, Sonnenblumenöl, Distelöl, Olivenöl, Sesamöl, verbessern die Qualität der Fettzusammensetzung der Muttermilch.
Nach Durst zu trinken ist die beste Richtlinie für eine stillende Mutter (ca. 2 Liter/ Tag).
Flüssigkeitsmenge ist nicht gleich Milchmenge!
Eine stillende Mutter braucht um 400 kcal mehr / Tag.
Qualität und Quantität der MM ist durch die Ernährung der Mutter nur wenig beeinflussbar.
Weltweit ist die Zusammensetzung der MM gleich, obwohl die Ernährung unterschiedlich ist.
Geruch und Geschmack verändern sich je nach dem, was die Mutter isst, z. B. Spargel, Vanille.
Durch die vielfältige Ernährung wird der Geschmacksinn des Kindes besser ausgebildet.
Gibt es Nahrungsmittel die gemieden werden sollten?
Ein noch immer weit verbreiteter Glaube ist, dass blähende Nahrungsmittel in der mütterlichen Ernährung dem Baby Beschwerden verursachen.
Wissenschaftlich kann dies weder erklärt noch bestätigt werden.
Die normale Darmflora produziert während der Verdauung Gas. Weder das Gas noch die Nahrungsfasern (reichl enthalten in Obst, Gemüse und Vollkornprod.) werden ins Blut aufgenommen und können daher nicht in die MM gelangen.
Trotzdem gibt es aber immer wieder Kinder, die auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren.
Koffein
3-4 Tassen Kaffe/ Tag werden meist gut toleriert, bei mehr können Schlafstörungen und Unruhe beim Kind entstehen.
Es sollte immer ein Glas Wasser zum Kaffee getrunken werden.
Alkohol
Alkohol geht relativ schnell in die Muttermilch über, und sollte in der Stillzeit ganz weggelassen werden.
Nikotin
Nikotin beeinträchtigt die Milchmenge und den Milchspendereflex, der Fettgehalt in der MM sinkt, die MM riecht nach Nikotin.
Wenn die Mutter raucht sollte sie dies nach dem Stillen tun, da die Halbwertszeit von Nikotin 90 Minuten beträgt.
Alkohol und Nikotin schaden dem Kind z. B. langsameres Wachstum, Unruhe, Allergiehäufigkeit, SIDS Risiko, häufigere Erkrankung der Oberen Atemwege beim passiv Rauchen.
Gibt es milchfördernde Nahrungsmittel?
Die beste Muttermilchförderung ist das häufige Anlegen.
In jeder Kultur sind Nahrungsmittel bekannt, denen milchbildende Eigenschaften nachgesagt werden: z. B. kräftige Hühnersuppe, Malzgetränke, Tees.
Stillpositionen
Um eine befriedigende und erfolgreiche Stillbeziehung herzustellen ist die richtige Position und das richtige Anlegen von großer Bedeutung.
Die Mutter sitzt oder liegt bequem mit Polster unterstützt. Der Körper des Babys ist ganz der Mutter zugewandt, der Kopf liegt gerade.
Die Mutter unterstützt eventuell die Brust.
Der Mund des Babys ist weit geöffnet, und kann genug Brustgewebe erfassen.
Das Kind wird rasch zur Brust gezogen, die Mamille ist im Mund zentriert.
Kinn und Nasenspitze berühren die Brust.
Die Lippen sind nach außen gestülpt, die Zunge liegt unterhalb der Mamille.
3 Grundpositionen